Donnerstag, 25. Februar 2010
Beta Bandfoto
Donnerstag, 21. Januar 2010
Ohrgasmus
Ein Ohrgasmus geht über das normale Gutfinden eines Liedes oder einer Stelle innerhalb eines Liedes hinaus, so wie ein Orgasmus über allgemeines Wohlbefinden hinausgeht. Man bekommt nicht bei jedem Song einen Ohrgasmus, sogar nur bei den wenigsten.
Ich habe ein paar Songs ausgewählt, bei denen ich Ohrgasmen bekomme. Du Leser wirst nur mit großem Zufall auch einen Ohrgasmus bekommen. Ich denke jeder hat seine eigenen Ohrgasmuslieder, allein schon wegen den verschiedenen Musikgeschmäckern. Da ich zum Beispiel überhaupt keine Black Music (Hip Hop, RnB, Soul usw.) höre, weiß ich nicht, ob man davon auch Ohrgasmen bekommen kann. Im breiten Bereich der elektronischen Musik (House, Techno, Trance, Minimal usw.) kann ich es mir schon eher vorstellen, aber auch da habe ich keine Erfahrungswerte aufzuweisen.
Ich bekomme meine bei verschiedenen Spielarten der Rockmusik. Aber selbst unter Rockliebhabern sind Überschneidungen bei den Ohrgasmusliedern eher selten.
Meine Beispielsongs sind ohne erwähnenswerte Reihenfolge und ich habe immer dazu geschrieben, wann ich "komme", ganz im Sinne des Sex-Vokabulars. Wichtig ist nur noch, dass es keinen Sinn macht, wenn ihr zu den genannten Ohrgasmusstellen vorspult, da diese nur dann ihre volle Pracht entfalten können, wenn man alles Vorherige ebenfalls hört. Beim Sex gibt es ja auch keinen Orgasmus ohne das Rein-raus zuvor. Ich weiß, lästig, aber ansonsten funktioniert es nicht.
Ich habe bei der Auswahl der Videos nur auf die Soundqualität geachtet. Es wäre am besten ihr macht eure Augen zu und hört die Videos mit Kopfhörern. Ich habe die Videofenster auch möglichst schmal gemacht, um euch nicht abzulenken.
A Perfect Circle - The Noose
Die dichte Atmosphäre von Beginn an ist wichtig. Dadurch fiebert man auf den Ohrgasmus hin. Ich komme bei 3:33 Minuten, wenn die Gitarre den Verzerrer anwirft und die Textzeile "With your halo slipping down" ertönt, ganz besonders auf die erste Silbe des Wortes "Halo" (Heiligenschein).
Riverside - Second Life Syndrome
Der Song ist im Original 15:38 Minuten lang. Hier zu hören sind die ersten 10:28 Minuten. Das ist in diesem Fall zu verschmerzen, da ich schon bei 3:55 und noch mal bei 4:51 komme. Genauer gesagt in den Stellen mit diesem Text:
And when that all shattered I felt I’d broken my fall
Couldn’t pretend that I felt strong about us anymore
Without your help I finally started to live my own life
I just want you to know this time
Anathema - One Last Goodbye
Ich würde soweit gehen zu sagen, dass das mein All-time-favourite-song ist. Der Sänger hat zwar keine perfekte Stimme, aber bei ihm kommt hundertmal mehr Emotionalität rüber als bei diesen Mainstream-Rock-Schönsingern wie Daughtry (http://www.youtube.com/watch?v=_tnzTCWpp0k )
Wahrscheinlich ist es mein All-time-favourite-song, weil der Ohrgasmus so lange anhält. Schon ab 2:24 erreicht der Song eine Höhe, die nah an einen Ohrgasmus herankommt, doch erst ab 2:50 sprudelt die Suppe erst so richtig aus mir heraus.
I still feel the pain, I still feel your love
I still feel the pain, I still feel your love
And somehow I knew, you could never … never stay
And somehow I knew, you would leave me
And in the early morning light, after a silent peaceful night, you took my heart away
Oh I wish … I wish you could have stayed
Und das anschließende Gitarrensolo (Ich liebe langsame Gitarrensoli, nicht dieses technisch hochanspruchsvolle Gefrickel) hält den Ohrgasmus noch lange am Leben. Bei großzügiger Betrachtung wäre der Ohrgasmus also ca. 2:40 Minuten lang.
Sigur Rós - Untitled #8
Vom Anfang bis zur Mitte ist es ja schon schön, aber wenn dann (6:06) das Schlagzeug zum großen Finale einläutet und sich bis zu selbigem steigert bin ich zu keiner Handlung mehr fähig. Vielleicht vergesse ich sogar das Atmen, ich weiß es nicht. Bei 7:39 wird noch mal neuer Anlauf genommen und bei 9:26 spritze ich ab.
Viel Glück beim Finden eurer eigenen Ohrgasmen.
Montag, 4. Januar 2010
Im Fledermausland
Mittwoch, 24. Juni 2009
Einmal am Tag eine gute Tat
Man stelle sich folgende Situation vor: zwei junge, voll im Saft stehende Kerle, nennen wir sie Andreas und... ich, verabreden sich, um im Proberaum zu simplen Testzwecken ein weltbekanntes Lied einer noch bekannteren Grunge-Band vollkommen ohne Zeitdruck und unverbindlich aufzunehmen. Wir treffen um 18:15 Uhr ein, merken, dass ich die Hälfte vergessen habe und beschließen, diese Hälfte aus meinem beschaulichen, etwa 5 Minuten entfernten Heim zu holen. Gesagt, getan. Auf dem Rückweg sehen wir auf der anderen Seite einen behinderten Mann im Rollstuhl und wir machen harmlose, pubertäre Späßchen über diesen behinderten Mann. Um zu unserem Proberaum zu kommen, müssen wir die Straße überqueren, was wir - gutgelaunt - auch tun. Plötzlich das Unerwartete: "Entschuldigung, Jungs?"
Wir sehen erst den Mann im Rollstuhl, dann uns an. "Kann ich euch kurz um was bitten?", sagt dieser Mann und schlagartig ist uns klar, dass er verdammt verzweifelt ist. "Könnt ihr mich ein Stück schieben? Ich kann nicht mehr.." Erst jetzt fällt mir auf, dass der Mann keine Unterschenkel besitzt. Wir zögern, stammeln. Darauf waren wir nicht vorbereitet. Wir sagen, wir hätten eigentlich keine Zeit, was für sich genommen schon unverschämt, da unwahr ist. Doch dann kommt das, was den Stich mitten ins Herz bedeutet und das Gewissen ausbluten lässt. "Ich gebe euch auch 2 Euro dafür"
Spätestens hier hätten wir den Ernst der Lage erkennen und dem armen Mann helfen müssen, selbstverständlich, ohne das Geld zu nehmen. Stattdessen erfüllen wir jedes Klischee des nicht hilfsbereiten, egoistischen und herablassenden Teenagers und besitzen darüberhinaus auch noch die Dreistigkeit, auf die anderen Passanten zu verweisen, in der hilflosen Hoffnung, sich stillschweigend und doch anstandsvoll dieser unangenehmen Situation entziehen zu können. Was natürlich vollends ins Gegenteil umschlägt.
Dieser Satz ist mir immer noch peinlich: "Fragen Sie doch mal die Leute dahinten. Die helfen bestimmt." Wenn diese Leute sich für genau so hilfsbereit halten wie wir es vorher getan haben, werden sie ihm nicht geholfen haben. Zu unserer Schande kann ich das aber nicht genau sagen, da wir danach einfach weggingen. Ein enttäuscht klingendes "Trotzdem danke, Jungs" in den Ohren. Aua.
Wer nicht schon vor Abscheu weggeklickt hat, dem sei gesagt, dass ich am liebsten selbst wegklicken würde. Doch das geht wohl nicht. Diese Situation war Realität und sie ist genau so passiert, ohne dass irgendetwas unser Verhalten rückgängig oder gar wieder gut machen könnte.
Das Einzige, was uns bleibt, ist die Erkenntnis, dass die Selbsteinschätzung grandios fehlgeschlagen ist und Egoismus über Zivilcourage gesiegt hat.
Das ist keine Entschuldigung, aber ich möchte wetten, dass viele Menschen genauso gehandelt hätten, wie wir. Das ist erschreckend. Und sollte nicht Alltag sein.
Wie gerne hätte ich rückblickend lieber einen Blogeintrag geschrieben, in dem ich über diesen furchtbar netten und interessanten Mann im Rollstuhl erzählt hätte, der uns schüchtern um Hilfe bat, und dem wir diese Hilfe sofort gewährten. Wir wären ins Gespräch gekommen, er hätte uns vielleicht aus seinem Leben erzählt und wir ihm aus unserem. Das wäre fantastisch geworden. Erkenntnisreich. Eine Erfahrung, die man nicht oft macht.
Es war eine Chance, sich zu beweisen. Zu zeigen, dass man doch was gelernt hat, bis jetzt, mit seinen 19 Jahren. Stattdessen ist einfach alles schiefgegangen. Aua.
Montag, 22. Juni 2009
Übertrieben gestellte Bandfotos
Natürlich sind 99% aller Bandfotos gestellt. Die Bands müssen sie machen lassen, damit ihre Plattenfirmen sie vernünftig vermarkten können. Man kann sich dabei aber auch lächerlich machen, was Billy Talent hier hervorragend umsetzen:
Indem sich die Bandmitglieder in sinnfreie Stellungen begeben und dämliche Grimassen schneiden, machen sie dem Betrachter deutlich, dass dieses Bandfoto gestellt ist, und wollen dadurch witzig wirken. Tatsächlich wirken sie dadurch eher wie Witzfiguren.
Hinzu kommt, dass der Typ ganz rechts, ich glaube der Schlagzeuger, einfach nur dasteht, wie auf einem normalen Bandfoto, was höchstwahrscheinlich genauso gewollt ist, wie die affigen Posen seiner Kollegen. "Höhö, wie wär's wenn einer von euch einfach gar nichts macht - das wär' lustig!", dachte sich wohl jemand aus dem anwesenden Umfeld der Band oder der Band selbst. Nein, es ist nicht lustig, es ist in diesem Zusammenhang ebenfalls idiotisch.
Das einzige, das ich diesem Bandfoto abgewinnen kann, ist die Äquivalenz zwischen seiner Lächerlichkeit und dem musikalischen Stellenwert der Band die es darstellt. Allerdings ist genau das als einziges an diesem Foto nicht gewollt, wodurch dieser Aspekt wiederum auf der Lächerlichkeitsseite gut geschrieben werden muss.
Wie man es besser macht zeigt uns eine, rein zufällig auch musikalisch bessere, Band namens Dredg:
Freitag, 19. Juni 2009
Once upon a time in Uerdingen
Nun denn,
einen Monat ist es bereits her, dass wir uns in den Proberaum einfanden um gemeinsam etwas aufzunehmen. Zu behaupten, dass demnächst eine Veröffentlichung ansteht wäre schlicht und einfach gelogen. In Wahrheit fand jene Aufnahmesession lediglich zu unserer eigenen Belustigung statt und das Produkt des Ganzen wird niemals die Gefilde von Myspace oder ähnlichen "Social Networks" erreichen.
Aber nun zum eigentlichen Ablauf:
An jenem Sonntag fanden wir uns gemeinsam im Proberaum ein. Martin wurde wie üblich von meiner Wenigkeit abgeholt, liegt seine Residenz doch quasi auf dem Weg. Rasch wurden alle Mikrofone aufgebaut um das Schlagzeug abzunehmen:

Nachdem die Schlagzeugaufnahme nach wenigen Anläufen erfolgreich abgeschlossen wurde (Ein Lob an Freddi alias Scarface ;) ), wurde der Bass eingespielt:
Danach wurden noch 2 Gitarrenspuren aufgenommen. Insgesamt verlief die Session ohne große Probleme und innerhalb weniger Stunden (inkl. Kartenspielpausen).
Zum Schluss gibts noch diverse Impressionen aus unserem Proberaum, inklusive unserer neusten Anschaffung, einer Orgel, die wir dem Sperrmüll sei dank für lau erhalten haben.
Stick auf Snare.
Fabian bei der Arbeit.
Unsere Orgel.
Der durchdringende Blick einer gequälten Seele...
Montag, 18. Mai 2009
Wenn alle nach links gucken und du rechts herum gehst
Nach dem wir mit unserer Band eine sechsstündige Aufnahmesession beendet hatten fuhren wir zu dritt in zwei Autos zu mir nach Hause. Um uns schon mal auf den ersten Film einzustimmen gab es eine halsbrecherische Verfolgungsjagd durch die Straßen Uerdingens und Rumelns.
Als wir gegen 22 Uhr in meinem Keller ankamen starteten wir sogleich den ersten Film: Lucky Number Slevin. Wir hatten uns schon im Verlaufe des Tages für zwei Filme entschieden. Als zweites schauten wir Big Fish. In die engere Auswahl war noch Pulp Fiction gekommen, aber den kennen wir schon, wohingegen Lucky Number Slevin zwei von uns noch nie gesehen hatten.
Sehr spannend, viele Pistolen, leicht übertrieben coole Dialoge und eine gute Story - bis auf das Ende. Die letzten zehn Sekunden haben den Film etwas ins Lächerliche gezogen. Als "Mr. Goodkat" das Radio anmacht und ein schlechter Funksong mit dem Titel Kansas City Shuffle gespielt wird. Ohne Sinn, nach meinem Verständnis. Echt schade; hätte der Film zehn Sekunden früher aufgehört hätte ich ihn in der Gesamtheit als doppelt so gut empfunden. Wie in The Matrix, als Neo aus der Telefonzelle geht und wie Supermann losfliegt. Da kann ich nur noch den Kopf schütteln.
Und das Aufklären der (wie gesagt guten und) verworrenen Story war mir etwas zu plump. Ich mag es mehr, wenn die gute und verworrene Story eines Films nach und nach in Stücken aufgeklärt wird oder sogar überhaupt nicht, wie in dem sehr gelungenen Film Stay, den ich letzte Woche gesehen habe. Wenn aber der Protagonist gegen Ende des Films herunterbetet, wie denn nun alles tatsächlich passierte, muss ich innerlich vor Langeweile stöhnen. Bis auf diese beiden Dinge ein toller Film. Fabian fand die eingebaute Romanze zwischen Josh Hartnett und Lucy Liu etwas nervig, ich fand sie okay. Die Besetzungen von Bruce Willis und Morgan Freeman werteten den Film zusätzlich auf. Als Gangster-Story-Film bekäme Lucky Number Slevin gute 7 von 10 Punkten von mir.


Nach einer kleinen Pause wurde Big Fish in den DVD-Player gelegt. Ich zitiere an dieser Stelle einfach die Einleitung des Wikipediaartikels, die de Film sachlich und passend umschreibt:
Big Fish ist ein Fantasy-Drama des US-amerikanischen Regisseurs Tim Burton aus dem Jahr 2003, nach dem gleichnamigen Roman von Daniel Wallace. Größtenteils erzählt er in fantastisch anmutenden Rückblenden das Leben Edward Blooms, das Kernthema des Films aber ist der Konflikt zwischen dem Fabulierer Edward und dessen eher nüchternem Sohn William.
Ich kann an dem Film nichts bemängeln und habe mich gut unterhalten gefühlt. Aufgrund des Genres wird er aber wohl keiner meiner Lieblingsfilme.

Um Punkt 1.48 h verließ der Pöbel das Gebäude.